Hauptseite
Wichtige Ereignisse
Heimat
Wetterstation
Ahnenforschung
Links u.ä.
Kontakt
Sitemap

Heimat

 

Wie Sie vielleicht schon an anderer Stelle gelesen haben, bin ich in Rebenstorf geboren und aufgewachsen.

Fast alle werden sich jetzt fragen: “Wo zum Teufel liegt Rebenstorf ?”

Nun diese Frage soll nicht unbeantwortet bleiben. Wer auf die Karte schaut, sieht dieser Ort mit ca. 200 Einwohnern liegt mitten in Deutschland.

 

 

Hier nun eine erste Beschreibung zu diesem Ort. Das ist sicher noch nicht viel aber später soll noch mehr kommen.

Es handelt sich um einen A U S Z U G aus dem Buch:
Erich Kulke: Wendlanddörfer Gestern und Heute

Straßendörfer

Die bisherige wissenschaftliche Erforschung der Dorfformen im Wendland befasste sich vornehmlich mit dem "Lebenslauf" der Rundlingsdörfer. Eine solche Bevorzugung ist verständlich, stellen sie doch zahlenmäßig den weitaus größten Anteil der bestehenden Dörfer. Von den rd. 300 Siedlungsplätzen sind etwa 150 als Rundlinge anzusprechen, wogegen nur rd. 30 einreihige oder doppelreihige Straßendörfer nachzuweisen sind. Zum anderen bieten die Rundlingsdörfer mit den noch offenen Fragen ihrer Siedlungsgeschichte, ihres architektonischen Erscheinungsbildes und ihrer ethnischen Zugehörigkeit größere Studienbereiche als die Straßendörfer.

 Die im Wendland nachweisbaren Straßendörfer sind in mehreren Regionen anzutreffen: besonders erwähnt werden sollen die Straßendörfer im Öring, südöstlich von Lüchow. Sodann die Dörfer in den westlichen Grenzgebieten des Gartower Forstes und zum Dritten die an der Elbe und am Ostrand der Langendorfer Geestinsel sowie in deren Nähe an den Elbdeichen nordöstlich von Dannenberg. Darüber hinaus finden wir einzelne Straßendörfer auch im Drawehn, westlich der Jeetzel, die aber sämtlich aus jüngeren Zeiten stammen. Über die Entstehung der Straßendörfer sind wir nur ungenügend unterrichtet. Auch hier fehlen wie in der Rundlingsthematik urkundliche Belege, die über den Werdegang dieser Dorfform Auskunft geben. Bemerkenswert ist, dass die Strahlendörfer des Öring deutsche Namen führen, im Gegensatz zu der Namensgebung der Drawehndörfer, deren Ortsnamen nahezu alle aus slavisch-wendischer Wortwurzel stammen. Hieraus kann die Annahme abgeleitet werden, dass die Öringsdörfer jüngeren Datums sind, dass sie in einem zweiten, planmäßigen Besiedlungsvorgang ohne Mitwirkung wendischer Volksteile entstanden. Auch die größere Einwohnerzahl - im Gegensatz zu den Kleinsiedlungen des Drawehn - lässt dies vermuten. Offen bleibt weiterhin die Frage nach ihrer Erstform, nach dem Entstehungsbild dieser Dörfer, war doch eine größere Anzahl der wendländischen Straßendörfer zunächst als Rundling anlegt. Zusätzlich bleibt offen, ob die Umwandlung der Dorfstruktur auf administrative Weise geschah oder ob allein die häufigen Brandkatastrophen Anlass zu dieser sehr eingreifenden Umplanung waren. Als gesichert kann gelten, dass alle Straßendörfer nur mit Einschaltung der den Siedlungs‑ bzw. Wiederaufbauvorgang leitenden Amtsstellen entstanden, dass planmäßige Direktiven gegeben wurden und die Anlage der Dörfer kurzfristig vonstatten ging. Rundlinge wollen wir als "gewordene" Anlagen bezeichnen; Straßendörfer sind planmäßig entstanden. Südöstlich von Lüchow ist in der Kleinlandschaft Öring eine Anzahl zweireihiger Straßendörfer anzutreffen, die, wie Hildebrand feststellt, mit Ausnahme von Rebenstorf sämtlich auf der 20-Meter-Höhenlinie liegen. Die geschichtliche Entwicklung dieser Reihendörfer des Öring, von denen Woltersdorf flächen- und bevölkerungsmäßig das größte ist, bedarf weiterer Untersuchungen. Die Ortsnamen weisen, im Gegensatz zu denen im Drawehn, auf deutsche Siedlungsvorgänge hin, die in das 12. oder 13. Jahrhundert zu datieren sind. Die in ihrer städtebaulichen Struktur im Unterschied zu den Rundlingen völlig anders gearteten Straßendörfer verdienen im Zuge der wendländischen Dorfforschung eine größere Aufmerksamkeit als bisher. Sie stellen insgesamt einen gewichtigen Geschichtsfaktor des Wendlandes dar. Den beigegebenen Abbildungen und Dorfplänen kann entnommen werden, welche beachtenswerten Siedlungsbilder diese Dorfform aufweist.

 

 Doppelzeilige Straßendörfer im Öring

 

 

Rebenstorf 

 

 

 

 

 

 

6 km südöstlich von Lüchow, ein zweizeiliges Straßendorf, übermittelt mit der giebelseitigen Stellung der Hauptgebäude und den die Hoffläche zur Straße abgrenzenden Backsteinmauern ein bemerkenswert gut erhaltenes, einheitlich wirkendes Ortsbild. 1775 wird Rebenstorf in der Kurhannoverschen Landesaufnahme (KHL) bereits als Straßendorf erwähnt. 1834 brennt das Dorf ab. Wiederaufbau mit größeren Abständen. Kirche am östlichen Dorfausgang. Im Ortsbild vereinzelt hohe Baumkronen.

 

 

Rebenstorf Ortsbild in leicht zusammengezogener Darstellung. Breite der Fahrbahn 5 Meter, der Grünstreifen 4 und 7 Meter. Rechts am östlichen Dorfende Kirche mit Pfarrhaus. Noch herrscht bei den Steilgiebelhäusern - sämtlich Vierständer - das Fachwerk vor. Dazwischen vereinzelt aus neuerer Zeit Massivgebäude.